Artikel: Omega-3: was EPA und DHA wirklich können – und warum aus der Alge

Omega-3: was EPA und DHA wirklich können – und warum aus der Alge
Omega-3 gehört zu den meistverkauften Nahrungsergänzungsmitteln überhaupt, und gleichzeitig zu den am heißesten diskutierten. Für kaum einen anderen Nährstoff liegen so viele große Studien vor, die sich teils widersprechen.
Dieser Beitrag ordnet ein, was für die beiden wichtigen Fettsäuren EPA und DHA belegt ist, wo die Forschung streitet – und warum wir bei BLUEMIND auf eine pflanzliche Quelle setzen.
Was EPA und DHA sind
Omega-3-Fettsäuren sind ein fester Baustein unserer Zellmembranen. Zwei davon sind für den Körper besonders relevant: EPA (Eicosapentaensäure) und DHA (Docosahexaensäure). Beide kann der Körper nur begrenzt selbst herstellen, weshalb die Zufuhr über die Ernährung zählt.
Auf der sicheren, gesetzlich zugelassenen Seite gilt: EPA und DHA tragen ab 250 mg pro Tag zu einer normalen Herzfunktion bei; DHA trägt zusätzlich zu einer normalen Gehirnfunktion und normalem Sehvermögen bei. Das sind die Aussagen, die die EU nach Prüfung anerkennt.
Was Omega-3 im Körper leistet
Hinter den zugelassenen Aussagen steht eine einfache Biologie. DHA ist die mengenmäßig wichtigste Omega-3-Fettsäure in Gehirn und Netzhaut. EPA ist unter anderem Ausgangsstoff für Botenstoffe, die an der Regulation von Entzündungsreaktionen und an der Gefäßfunktion beteiligt sind.
Pflanzliche Öle wie Lein- oder Walnussöl liefern die Omega-3-Fettsäure ALA. Der Körper kann daraus EPA und DHA herstellen, allerdings nur in kleinem Umfang: Die Umwandlung zu EPA liegt je nach Studie meist unter 10 %, die zu DHA deutlich darunter. EPA und DHA müssen deshalb weitgehend fertig über die Nahrung kommen, und die EFSA setzt für Erwachsene 250 mg pro Tag als angemessene Zufuhr an.
Für deutlich höhere Mengen erkennt die EU zwei weitere Aussagen an: EPA und DHA tragen zur Aufrechterhaltung eines normalen Triglyceridspiegels im Blut bei (ab 2 g pro Tag) und zur Aufrechterhaltung eines normalen Blutdrucks (ab 3 g pro Tag). Diese Mengen liegen weit über einer üblichen Grundversorgung und auch über dem, was eine Tagesdosis unseres Produkts liefert.
Woran gerade geforscht wird
Über die zugelassenen Aussagen hinaus ist Omega-3 eines der aktivsten Forschungsfelder der Ernährungsmedizin. Einige Themen begegnen dir regelmäßig in den Schlagzeilen.
Aus EPA und DHA bildet der Körper sogenannte Resolvine: Botenstoffe, die in Zell- und Tiermodellen daran beteiligt sind, Entzündungsreaktionen geordnet abklingen zu lassen. Wie stark sich das beim Menschen über die Zufuhr beeinflussen lässt, wird derzeit untersucht.
Beim Gedächtnis im Alter gehen höhere DHA-Spiegel in Beobachtungsdaten mit günstigeren Verläufen einher. Ob Präparate diesen Zusammenhang bei gesunden Menschen nachbilden, ist noch nicht gezeigt, die kontrollierten Studien dazu sind bisher uneinheitlich.
Zur Stimmung finden Meta-Analysen kleine positive Effekte, vor allem bei EPA-betonten Präparaten. Eine Cochrane-Übersicht von 2021 ordnet die Datenlage als vorläufig ein.
Am intensivsten untersucht ist das Herz. Höhere Omega-3-Spiegel im Blut gehen in Beobachtungsdaten mit weniger Herz-Kreislauf-Erkrankungen einher. In der REDUCE-IT-Studie von 2019 senkten 4 g eines gereinigten EPA-Präparats pro Tag bei Hochrisikopatienten die Rate schwerer Herz-Kreislauf-Ereignisse um rund 25 %. Die STRENGTH-Studie von 2020 konnte das mit einer Kombination aus EPA und DHA nicht bestätigen, weshalb Übersichtsarbeiten den Zusatznutzen von Präparaten für das Herz bisher zurückhaltend bewerten.
In diesen Hochdosis-Studien trat Vorhofflimmern etwas häufiger auf. Wer Herzrhythmusstörungen kennt, bespricht die Einnahme deshalb vorab ärztlich.
Für all das gilt: Forschung ist nicht gleich Verbraucheraussage. Die zugelassenen Aussagen zu Herz, Gehirn und Sehkraft stehen unabhängig davon, und den Rest lassen wir so offen, wie die Datenlage ist.
Was das für den Alltag heißt
Wer wenig fetten Fisch isst, nimmt oft zu wenig EPA und DHA auf; eine Grundversorgung im Bereich einiger hundert Milligramm ist dann sinnvoll und deckt die zugelassenen Funktionen ab. Die hohen, medikamentösen Dosen aus REDUCE-IT sind eine andere Kategorie – sie gehören in ärztliche Hand, nicht in den Alltag.
Warum aus der Alge
Unser veganes Omega-3 liefert EPA und DHA direkt aus Mikroalgen – ohne Fisch, ohne Fischgeschmack. Als Markenrohstoff setzen wir auf OmegaVie® von Polaris: eine pflanzenbasierte Quelle, die EPA und DHA in einem einzigen Rohstoff vereint.
Der Weg über die Alge hat handfeste Gründe. Fische bilden Omega-3 nicht selbst, sondern reichern es über Algen an – wir gehen also an den Anfang der Kette. Das umgeht zugleich zwei Probleme von Fischöl: mögliche Schadstoffbelastungen aus dem Meer und die Frage der Überfischung. Und es macht das Produkt für Menschen zugänglich, die auf tierische Quellen verzichten.
Wie wir das einordnen
Omega-3 ist ein gutes Beispiel dafür, wie wir arbeiten. Wir behaupten das, was belegt und zugelassen ist – Herz, Gehirn, Sehkraft ab 250 mg – und lassen die offene Studienlage offen, statt sie zum Heilsversprechen umzudeuten.
Was wir zusätzlich liefern, ist Transparenz über den Rohstoff: eine definierte Quelle, laborgeprüfte Chargen, ein klarer EPA/DHA-Gehalt auf dem Etikett. Das ist der Teil, den wir kontrollieren können – und der zählt.
Quellen
- Bhatt DL et al. (2019): Cardiovascular Risk Reduction with Icosapent Ethyl for Hypertriglyceridemia (REDUCE-IT). New England Journal of Medicine, 380, 11–22.
- Nicholls SJ et al. (2020): Effect of High-Dose Omega-3 Fatty Acids vs Corn Oil on Major Adverse Cardiovascular Events (STRENGTH). JAMA, 324(22), 2268–2280.
- Abdelhamid AS et al. (2020): Omega-3 fatty acids for the primary and secondary prevention of cardiovascular disease. Cochrane Database of Systematic Reviews.
- Verordnung (EU) Nr. 432/2012 – zugelassene gesundheitsbezogene Angaben (EPA, DHA).
- Verordnung (EU) Nr. 536/2013 – ergänzte gesundheitsbezogene Angaben (EPA/DHA: Triglyceride, Blutdruck).
- EFSA NDA Panel (2010): Scientific Opinion on Dietary Reference Values for fats. EFSA Journal, 8(3), 1461.
- Burdge GC, Calder PC (2005): Conversion of alpha-linolenic acid to longer-chain polyunsaturated fatty acids in human adults. Reproduction Nutrition Development, 45(5), 581–597.
- Serhan CN (2014): Pro-resolving lipid mediators are leads for resolution physiology. Nature, 510, 92–101.
- Sydenham E, Dangour AD, Lim WS (2012): Omega 3 fatty acid for the prevention of cognitive decline and dementia. Cochrane Database of Systematic Reviews.
- Appleton KM et al. (2021): Omega-3 fatty acids for depression in adults. Cochrane Database of Systematic Reviews.
- Gencer B et al. (2021): Effect of Long-Term Marine ω-3 Fatty Acids Supplementation on the Risk of Atrial Fibrillation. Circulation, 144(25), 1981–1990.
Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung.
